The Poet Emily Dickinson by the Performing Arts Club

The Poet Emily Dickinson

By The Performing Arts Club of the Heidelberg Center of American Studies
(Ida Bahmann, Mona Beisel, Kim Braun, Hannah Borne, Marie Harnau, Hanna Konradt, Marie Scheckeler)

Am 11. Und 12. Juni brachte der Performing Arts Club die Performance „The Poet Emily Dickinson“ zur Aufführung. Die Gruppe wurde im Mai 2014 von Hanna Konradt und Ida Bahmann gegründet und wuchs bald auf sieben Mitspieler an. Dabei konzentrieren sich die Mitwirkenden auf die Mittel des Theatertrainings, um mit theatralen Mitteln einen Zugang zu Literaten und literarischen Texten zu finden.
Die ersten beiden Performances der Gruppe fanden nun im Romanischen Keller in Heidelberg statt und erfreuten sich eines fulminanten Ansturms von Besuchern.

Die Aufführung ist eine gelungene Mischung von Gedichttexten, Dialogtexten und choreographisch sehr gelungen arrangierten Einzel- und Gruppenszenen, wobei die sieben Darstellerinnen jeweils sowohl biographisch gesicherte Aspekte der Person und Dichterin Emily Dickinson darstellen als auch eigene Vorstellungen von ihrem Leben verarbeiten. Wie lebte die im puritanischen Käfig eingesperrte Frau im 19. Jahrhundert aus der Sicht junger Frauen unserer Zeit?

Mit viel Gespür haben die Darstellerinnen ihre jeweils eigenen Vorstellungen, auch Aspekte ihrer eigenen Persönlichkeiten inszeniert und in Gestik, Mimik und sprachlichem Duktus überzeugend dargestellt. Linkisch und scheu, zart und polternd, liebevoll und aggressiv, hoffungsvoll und mutlos, all das mag Emily Dickinson, über die wir vieles nicht wissen, gewesen sein. All das hat sie aber sicher gefühlt und um sich und bei sich erfahren: Ihre Gedichte bringen es zum Ausdruck.

Musikalische Elemente machen den Kosmos der Emily Dickinson für den Zuschauer noch stärker erfahrbar. Einzelszenen zeigen die Einsamkeit, Gruppenszenen den Zwang, dem der Einzelne ausgesetzt ist. Besonders gut gelungen: Eine Szene mit spritzenden Putzlappen, die im stampfenden Rhythmus, abwechselnd den Boden und den Körper peitschend, geschwungen werden, präzise, roboterhaft…eine beeindruckende Anklage… So könnte die Dichterin in ihrer Isolation den puritanischen Alltag in ihrer kleinen Welt erlebt haben.
In dieser Szene treffen sich auch Emily Dickinson und ihre heutigen Darstellerinnen in einer für das Theater äußerst spannenden Konstellation. Während Emily Dickinson versucht, ihre Wahrheit behutsam zu vermitteln:

Sag Wahrheit ganz, doch sag sie schräg –
Erfolg liegt im Umkreisen
Zu strahlend tagt der Wahrheit Schock
Unserem Begreifen
Wie Blitz durch freundliche Erklärung
Gelindert wird dem Kind
Muss Wahrheit sachte blenden
Sonst würde jeder blind.
(Emily Dickinson, Gedicht 1263, Übersetzung Gunhild Kübler)

stellen heute ihre jungen Interpretinnen die Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt mit starken gestischen und akustischen Mitteln dar. Es ist, als wollten sie Emily Dickinson befreien…

Man kann sich mit Literatur nicht besser auseinandersetzen, sie für sich und andere verstehbar und spürbar machen und so Wege finden zum Verständnis von Dichtern und Werken…

 

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